NEWSLETTER
September 2023

September 2023


Wir  freuen uns Ihnen unseren Newsletter für das 3. Quartal  zu übersenden, in dem wir einen Themenschwerpunkt zur Frage von Meinungsäußerungen und Kritik im Arbeitsumfeld gesetzt haben, zum anderen über Entscheidungen berichten, in denen es um die Frage der Richtigkeit von „AU-Bescheinigungen“ geht, also den Anspruch auf Lohnfortzahlung. Hervorzuheben ist die Entscheidung des BAG zu Diskussionen in Chatgruppen – nicht alles ist erlaubt, auch wenn Teilnehmer meinen, die Chatgruppe sei „privat“. Lesen Sie zu diesen Entscheidungen:

 

BAG – geschützte Sphäre in privaten Chatgruppen?
Außerordentliche Kündigung – Äußerungen in Videobotschaft
Außerordentliche Kündigung – Grenze zur Schmähkritik
Erschütterung des Beweiswerts von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen I
Erschütterung des Beweiswerts von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen II
Kündigung eines Betriebsratsmitglieds im Rahmen von Matrixstrukturen 


Gerne stehen wir Ihnen für Ihre arbeitsrechtlichen Fragestellungen – auch außerhalb der Themen des Newsletters – zur Verfügung.

Ihr kallan Arbeitsrechts Team

Inhalt
BAG – geschützte Sphäre in privaten Chatgruppen?

Autor: Dr. Christian Bloth

Das Bundesarbeitsgericht („BAG“) hat in einem in den Medien viel beachteten Urteil entschieden, dass beleidigende und menschenverachtende Äußerungen über Vorgesetzte und Kollegen auch in einer privaten Chatgruppe die außerordentliche fristlose Kündigung eines Mitarbeiters rechtfertigen können.

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Außerordentliche Kündigung – Äußerungen in Videobotschaft

Autor: Jonas Anders

Das Landesarbeitsgericht Sachsen (LAG) hat in einem Urteil vom 17. März 2023 (Az. 4 Sa 78/22) entschieden, dass kritische Berichterstattung in sozialen Medien Betriebsratsmitgliedern durchaus gestattet sein kann und so keinen Kündigungsgrund darstellt.

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Außerordentliche Kündigung – Grenze zur Schmähkritik

Autor: Robin Klein

In einem Urteil vom 16. August 2022 hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Mecklenburg Vorpommern (Az. 2 Sa 54/22) entschieden, dass schwerwiegende Vorwürfe des Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber bzw. der Betriebsleitung, die auf keinerlei Tatsachen gestützt werden können, eine Ehrverletzung darstellt, die eine außerordentliche Kündigung ohne vorherige Abmahnung rechtfertigen kann.

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Erschütterung des Beweiswerts von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen I

Autor: Ann-Sophie Herweg

Das Landesarbeitsgericht (LAG) Mecklenburg Vorpommern hat in einem Urteil vom 21. März 2023 (Az. 2 Sa 156/22) entschieden, dass der Arbeitgeber den Beweiswert der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dadurch erschüttern kann, dass er objektiv greifbare, belastbare Tatsachen darlegt und im Bestreitensfall beweist, die ernsthafte Zweifel an Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) stützen können. Dabei sind objektiv mehrdeutige, plausibel erklärbare Sachverhalte grundsätzlich nicht geeignet, solche ernsthaften Zweifel zu begründen.

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Erschütterung des Beweiswerts von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen II

Autor: Ann-Sophie Herweg

In einem Urteil vom 2. Mai 2023 hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Schleswig Holstein (AZ 2 Sa 203/22) entschieden, dass der Text eines Kündigungsschreibens einer Eigenkündigung mit einer bereits kurz zuvor eingereichten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung der Arbeitnehmerin sowie die Würdigung der Gesamtumstände, den Beweiswert einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) erschüttern können.

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Kündigung eines Betriebsratsmitglieds im Rahmen von Matrixstrukturen

Autor: Dr. Christian Bloth

Das Landesarbeitsgericht Niedersachsen (LAG) hat in seinem Urteil vom 24. Juli 2023 (15 Sa 906/22) entschieden, dass es für die Annahme einer „Betriebsabteilung“ des Vertragsarbeitgebers bei der Beschäftigung in einer Matrix-Struktur nicht bereits ausreicht, dass nur eine einzelne Arbeitnehmerin aus einer betriebsübergreifenden Organisationseinheit im Betrieb des Vertragsarbeitgebers beschäftigt ist.

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