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Dezember 2019
Arbeitsrecht in der betrieblichen Praxis –
Neueste Entwicklungen
Unbefristetes Arbeitsverhältnis dank vorzeitiger Dienstreise
Knapp daneben ist auch vorbei: Bei der Fristberechnung von sachgrundlosen Befristungen zählt jeder Tag. Eine im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber frühzeitig angetretene Dienstreise gehört zur Arbeitszeit und stellt in diesem Fall das Datum der Arbeitsaufnahme dar. Das gilt insbesonde-re auch dann, wenn die Dienstreise vor dem vertraglich festgehaltenen Arbeitsbeginn liegt.
Keine überholende Kündigung wegen Abkehrwillens
Das Arbeitsgericht Siegburg hat dem Arbeitgeber verwehrt, einem Arbeitnehmer zu kündigen, der bereits selbst gekündigt hatte, um diesem dadurch den selbst gewählten Kündigungszeitpunkt abzuschneiden. Der Arbeitgeber erhoffte sich dadurch die Möglichkeit, die frei werdende Stelle früh neu besetzen zu können. Die Begründung, der Arbeitnehmer habe bereits seinen Abkehrwillen geäußert, reiche hierfür jedenfalls laut dem Arbeitsgericht nicht aus.
Informationspflicht des Arbeitgebers über Verfall von Urlaubsansprüchen bei langzeiterkrankten Arbeitnehmern
Mit Urteil vom 9. April 2019 hat das LAG Hamm (Az. 5 Sa 676/19) entschieden, dass der Arbeitgeber nicht dazu verpflichtet ist, langzeiterkrankte Arbeitnehmer auf den Verfall ihrer Urlaubsansprüche bei Nichtinanspruchnahme bis zum Ende des Kalenderjahres hinzuweisen.
Nachzählen bei den Leiharbeitnehmern
Auf den Arbeitsplatz kommt es an: Der BGH hat entschieden, dass bei der Berechnung des Schwellenwerts für die Unternehmensmitbestimmung nicht an die individuelle Einsatzdauer einzelner Leiharbeitnehmer im Unternehmen anzuknüpfen ist. Maßgebliches Kriterium für die Schwellenwertberechnung ist vielmehr, ob ein Arbeitsplatz über die Dauer von mehr als sechs Monaten mit Leiharbeitnehmern besetzt wird.
Gericht löst Betriebsrat des Felgenherstellers Borbet auf
Arbeitgeber und Betriebsrat haben regelmäßig gegensätzliche Meinungen und Vorstellungen - dennoch müssen sie einvernehmliche Lösungen finden. Bei fortlaufenden Verstößen gegen gesetzliche Pflichten, insbesondere auch den Grundsatz der vertrauensvollen Zusammenarbeit, kann der Betriebsrat aufgelöst werden.
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September 2019
Arbeitsrecht in der betrieblichen Praxis –
Neueste Entwicklungen
Kein Ende im Befristungsstreit...
Seit der Entscheidung des BVerfG vom Juni 2018 (Beschluss vom 6. Juni 2018 – 1 BvL 7/14 und 1 BvR 1375/14) ist unklar, welcher Unterbrechungszeitraum erforderlich ist, damit die Arbeitsvertragsparteien trotz Vorbeschäftigung einen sachgrundlos befristeten Arbeitsvertrag schließen dürfen. Nach Auffassung des BAG soll bei einer 22 Jahre zurückliegenden Vorbeschäftigung das Verbot der sachgrundlosen Befristung unzumutbar im Sinne der Rechtsprechung des BVerfG sein.
Aufforderungspflicht Urlaub zu nehmen bezieht sich auch auf Ansprüche aus vorangegangenen Kalenderjahren
Mit Urteil vom 9. April 2019 hat das LAG Köln (Az. 4 Sa 242/18) an die Vorgaben des EuGH zum Urlaubsrecht (Urt. v. 6. November 2018, C-684/16) angeknüpft und entschieden, dass der Arbeitgeber seine Beschäftigten klar und deutlich auffordern muss, am Ende des Urlaubsjahres noch nicht beantragten Urlaub zu nehmen. Dies betrifft auch Urlaubsansprüche aus vorangegangenen Zeiträumen.
Multitasking bei der Massenentlassungsanzeige
BAG sorgt für Klarheit und Erleichterungen in der Praxis: Kündigungsschreiben dürfen bereits vor bzw. mit Einreichung der Massenentlassungsanzeige gem. § 17 I KSchG unterschrieben werden.
Anforderungen an Betriebsvereinbarungen zur Überstundenabgeltung bei Vertrauensarbeitszeit
Pauschalvergütung von Überstunden durch Betriebsvereinbarung: Auf den Wortlaut kommt es an!
Eine Regelung zur Pauschalvergütung von Überstunden verstößt gegen das Gebot der Normenklarheit, wenn nicht hinreichend ersichtlich wird, wann eine „regelmäßige Mehrarbeit" vorliegt!
Wann darf der Betriebsrat vom Arbeitgeber die Namen von schwangeren Arbeitnehmerinnen verlangen?
Auskunftsanspruch des Betriebsrats: Der Betriebsrat hat bei der Geltendmachung eines auf sensitive Daten gerichteten Auskunftsbegehrens das Vorhalten angemessener und spezifischer Datenschutzmaßnahmen darzulegen.
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Juni 2019
Arbeitsrecht in der betrieblichen Praxis –
Neueste Entwicklungen
Wiedereinführung der Stechuhr? Laut EuGH müssen geleistete Arbeitszeiten genau erfasst werden
Gehört die Vertrauensarbeitszeit der Vergangenheit an? Der EuGH entschied am 14. Mai 2019, Az. C-55/18, dass die EU-Mitgliedstaaten den Arbeitgeber zur vollständigen Erfassung der Arbeitszeiten verpflichten müsse. Daraus ergibt sich, dass eine Aufzeichnung nur von Überstunden nicht ausreicht.
Rechtsmissbrauch bei sachgrundloser Befristung
Ein Arbeitgeberwechsel in Zusammenhang mit einer sachgrundlosen Befristung ist rechtsmissbräuchlich, wenn er ausschließlich dazu dient, die Grenzen einer sachgrundlosen Befristung zu umgehen, wie z. B. wenn trotz Wechsel des Arbeitgebers dieselbe Arbeit unverändert fortgeführt wird. In diesem Fall ist die Befristung unwirksam.
Anspruch auf Erholungsurlaub in der Elternzeit? Ja, aber Kürzung bis auf null möglich!
Arbeitnehmern steht grundsätzlich auch während ihrer Elternzeit ein Anspruch auf Gewährung des Erholungsurlaubs zu. Allerdings hat der Arbeitgeber die Befugnis, diesen Anspruch für jeden vollen Kalendermonat der Elternzeit um ein Zwölftel zu kürzen.
Keine Einladungspflicht externer schwerbehinderter Bewerber bei interner Stellenausschreibung
Werden (mehrere) Stellen intern und extern ausgeschrieben („gestuftes Ausschreibungsverfahren") und alle Stellen intern besetzt, so ist der Arbeitgeber nicht zur Einladung schwerbehinderter externer Bewerber verpflichtet. Insbesondere stellt dies kein Indiz für eine Diskriminierung dar.
Berlin oder Stuttgart...? Egal, Hauptsache wir sind eins!
Die weite Entfernung von Betriebsteilen zum Hauptbetrieb kann zu Unwirksamkeit einer gemeinsamen Betriebsratswahl führen. Eine Entfernung von über 100 km bzw. 600 km ermöglicht jedenfalls keine ortsnahe Interessenvertretung mehr.
EntgTranspG: Betriebsrat hat weiterhin kein Recht auf Überlassung von Entgeltlisten zur Förderung der Entgeltgleichheit
Laut § 13 Abs. 1 Satz 1 EntgTranspG soll der Betriebsrat die Durchsetzung der Entgeltgleichheit von Frauen und Männern im Betrieb fördern. Da er für die Erfüllung dieser Aufgabe die Vergütungsbedingungen kennen muss, berechtigt ihn § 13 Abs. 2 Satz 1 EntgTranspG dazu, Bruttoentgeltlisten einzusehen. Mit Beschluss vom 23. Oktober 2018 (Az. 8 TaBV 42/18) hat das LAG Düsseldorf entschieden, dass sich aus dieser Regelung allerdings kein Anspruch des Betriebsrats auf Überlassung der Entgeltlisten ergibt. Vielmehr bleibt es beim Recht auf Einsichtnahme.
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Mai 2019
Nach gut einem Jahr mit der EU-Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO, sind die ersten Panikwellen vor Abmahnungen, Bußgeldern und Kontrollen etwas abgeflacht. Betroffene sind nicht nur ruhiger, sondern auch erfahrener im Umgang mit dem neuen Datenschutz geworden. Doch nach wie vor sind viele Fragen offen, da es bislang in vielen Bereichen an einer einheitlichen, gesamteuropäischen Auslegung der DSGVO mangelt. Wir nehmen den ersten Geburtstag der DSGVO zum Anlass, einmal auf das letzte Jahr zurückzublicken. Hierbei möchten wir nur einige Ausschnitte aufgreifen, die uns und unsere Mandanten beschäftigten.
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Mai 2019
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